Unser Ratgeber zur Privatinsolvenz

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Privatinsolvenz: Chance auf den finanziellen Neustart

Es darf als das Horrorszenario eines jeden Menschen gelten: Offene Rechnungen, ein Berg voller Mahnungen, steigende Mietschulden, der Gerichtsvollzieher klopft an die Tuer, Pfaendungen drohen und im schlimmsten Fall die Eidesstattliche Versicherung und somit kurz gesagt: Die eigene Existenz geht den Bach runter! Wer nicht mehr in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, demm blieb in der Vergangenheit nichts anderes uebrig als die finanzielle Kapitulation zu akzeptieren und ueber viele Jahre hin den Versuch zu starten in irgendeiner Form seine Verschuldung abzubauen. Doch dem hat der Gesetzgeber einen Rahmen gegeben und zwar in Form der gesetzlich geregelten Privatinsolvenz, was einem nach Ablauf von 7 Jahren den finanziellen Neustart ermoeglicht.

Doch was bedeutet Insolvenz eigentlich?
Akute Zahlungsunfaehigkeit, drohende Zahlungsunfaehigkeit einhergehend mit mangelnder Liquiditaet oder schlichte Ueberschuldung werden mit dem Oberbegriff Insolvenz verbunden. Die Privatinsolvenz ist dabei die umgangssprachliche Bezeichnung fuer das Verbraucherinsolvenzverfahren mit der sogenannten Restschuldbefreiung. Das wiederum steht fuer ein vereinfachtes, vom deutschen Gesetzgeber eingefuehrten Insolvenzverfahren, um verschuldeten Personen nach Ablauf der Insolvenzzeit den Weg in ein neues Leben ohne Schuldenbelastung zu ermoeglichen. Wer als Verschuldeter also den Weg in die Privatinsolvenz waehlt, erhaelt also unter gesetzlichen Vorgaben die Chance, mit Ablauf der sogenannten Wohlverhaltensphase einen finanziellen Neuanfang ohne Altlasten wagen zu koennen.

Wer kann Privatinsolvenz anmelden?
Berechtigte Personen zur Nutzung des Verfahrens zur Privatinsolvenz sind alle, die nicht selbststaendig sind oder waren. Der berechtigte Personenkreis umfasst also Arbeitnehmer, Rentner oder auch Arbeitslose. Ausnahmen gelten fuer Selbstaendige, doch auch diese Berufsgruppe kann das Verfahren zur Privatinsolvenz nutzen. So muessen ihre Vermoegensverhaeltnisse ueberschaubar sein und es duerfen ihnen gegenueber keine Forderungen aus Arbeitsverhaeltnissen bestehen. Die Definition des Begriffes Ueberschaubar ist wie folgt: Der Schuldner darf zum Zeitpunkt der Antragstellung auf Privatinsolvenz keinesfalls mehr als 20 Glaeubiger haben.

Wie ist der Ablauf einer Privatinsolvenz?
Der Ablauf des Verbraucher-Insolvenzverfahrens mit Restschuldbefreiung laesst sich grundsaetzlich in mehrere Schritte gliedern.

Versuch einer aussergerichtlichen Einigung
Der erste Schritt ist der Versuch einer aussergerichtlichen Einigung mit den Glaeubigern anhand eines geordneten Schuldenregulierungsplans, der die aktuellen wirtschaftlichen Moeglichkeiten des Schuldners im gesetzlichen Rahmen beruecksichtigt, zu erlangen. Ziel ist es hierbei, eine Einigung um die Rueckzahlung der Schulden mit den Glaeubigern zu erreichen. Hierfuer ist die Unterstuetzung eines spezialisierten Rechtsanwalts oder einer serioesen Schuldnerberatungsstelle erforderlich. Ohne ein solche Person oder Institution ist der Gang in die Privatinsolvenz nicht moeglich und dafuer gibt es einen sehr guten Grund. Nur diese Fachleute sind berechtigt, die notwendige offizielle Bescheinigung auszustellen, wenn eine aussergerichtliche Einigung mit den Glaeubigern nicht erreicht werden konnte. Kommt es zu einer Einigung mit den Glaeubigern, werden die Schulden ab jetzt gemaess der im Zahlungsplan festgelegten Konditionen beglichen.

Was ist, wenn der Einigungsversuch scheitert?
Erfahrunsgemaess und dies ist zudem statistisch belegt liegt die aussergerichtliche Eingungsquote nicht sehr hoch, da in den meisten Faellen mindestens ein Glaeubiger dem Schuldenregulierungsplan nicht zustimmt. Wenn also nur ein Glaeubiger nicht einverstanden ist oder nach Erhalt des Plans nach wie vor die Zwangsvollstreckung anstrebt. Dieses Scheitern muss der Rechtsanwalt oder die Schuldnerberatungsstelle offiziell bescheinigen. Erst wenn diese Bescheinigung vorliegt, kann das Insolvenzverfahren beim Insolvenzgericht unter Vorlage eines Schuldenbereinigungsplans beantragt werden. Hierbei muessen dann saemtliche Einnahmen als auch Ausgaben des Verschuldeten detailliert offengelegt werden. Zudem wird festgelegt, wie der Schuldner seine Schulden im Rahmen des Verfahrens zur Privatinsolvenz zukuenftig begleichen wird.

Das Insolvenzverfahren
Vor Eroeffnung des Insolvenzverfahrens, prueft das Gericht die Erfolgschancen des vorgelegten Schuldenbereinigungsplans. Kommt das Gericht zu einem positiven Beschluss, also zugunsten des Schuldners, wird der gerichtliche Schuldenbereinigungsplan samt Vermoegensverzeichnis den Glaeubigern zur Sichtung und Pruefung zur Verfuegung gestellt. Ab diesem Zeitpunkt haben die Glaeubiger insgesamt 4 Wochen Zeit sich zum Verfahren selbst und dem Schuldenbereinigungsplan zu aeussern, eine Ablehnung oder Annahme bekanntzugeben.

Wichtiger Aspekt ab diesem Zeitpunkt ist, das, wenn weniger als die Haelfte der Glaeubiger den Plan ablehnen, das Insolvenzgericht berechtigt ist, den Plan fuer rechtskraeftig zu erklaeren, sofern die Einwaende beziehungsweise Ablehnungsgruende nicht berechtigt sind. Allerdings gilt hier darauf hinzuweisen, das bei der Rede Haelfte der Glaeubiger nicht deren Anzahl, sondern die Hoehe der finanziellen Forderungen gemeint ist.

Lehnt die Mehrheit der Glaeubiger ab, ist auch der gerichtliche Schuldenbereinigungsplan gescheitert. Nun wird das Verfahren der Privatinsolvenz eroefnet. Die Verkuendung erfolgt durch oeffentliche Bekanntmachung. Mithilfe eines Treuhaenders, der saemtliche Forderungen mit Begruendung zusammentraegt, wird das pfaendbare, nun vom Treuhaender verwaltete Vermoegen des Schuldners den Glaeubigern uebergeben.

Die Wohlverhaltensphase
Nun folgt die Wohlverhaltensphase, in der der Schuldner gewisse Obliegenheiten zu erfuellen hat, wie einer angemessenen Erwerbstaetigkeit nachzugehen und die pfaendbaren Teile seiner Einkuenfte an den Treuhaender abzufuehren. Diese Phase dauert in der Regel sechs Jahre. Danach erst kann der Schuldner von der Restschuld befreit werden. Doch auch hier muessen die Glaeubiger zustimmen. Wer seinen Pflichten innerhalb der Wohlverhaltensphase nicht nachgekommen ist, hat hier schlechte Karten. Haben die Glaeubiger jedoch keinen solchen Einwand, steht der Restschuldbefreiung nichts mehr im Wege und das Verfahren wird aufgehoben.

Chance auf einen Neuanfang
Eine Privatinsolvenz ist gewiss keine angenehme Angelegenheit und mit viel Arbeit und Disziplin verbunden. Doch es lohnt sich, denn durch dieses Verfahren haben Menschen die einmalige Moeglichkeit, einen Neustart zu wagen und ihre Schulden zu tilgen. Wichtig sind hierbei vor allem Offenheit, Sorgfalt,Ehrlichkeit bei allen noetigen Angaben und in Folge ein entsprechender Durchhaltewillen. Wer vom Gesetzgeber geschaffenen Regeln einhaelt, hat gute Chancen auf einen finanziellen Neuanfang und zukuenftig sorgenfreies Leben.


Fazit:
Wir von der Tarif-Welt24.de hoffen mit diesem Ratgeber zur Privatinsolvenz einen kleinen, informativen Einblick in die gesetzlichen Vorgaben und das Verfahren an sich gegeben zu haben.

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